Das kanarisch-kapverdische Programm Palmac arbeitet an Maßnahmen zur Verbesserung und Wiederherstellung der natürlichen Palmenhaine von Madre del Agua und wird anschließend in Gran Tarajal fortgesetzt
Beteiligt sind die Biosphärenreserve des Cabildo de Fuerteventura, die Universität Las Palmas de Gran Canaria, der Cabildo de Gran Canaria, das Inida aus Kap Verde sowie Gesplan; die Ayuntamientos von Pájara und Tuineje wirken unterstützend mit
Der Cabildo de Fuerteventura hat über die Biosphärenreserve europäische Fördermittel für ein ambitioniertes Projekt zur Wiederherstellung, zum Schutz und zur genetischen Erhaltung der Palmenhaine von Phoenix canariensis auf der majoreren Insel eingeworben.
Die einheimischen Palmenhaine Fuerteventuras sowie jene Gran Canarias und die Bestände von Phoenix atlantica auf Kap Verde erhalten diese Förderung im Rahmen des Programms Palmac, das durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) über das Programm für territoriale Zusammenarbeit Interreg VI-D Madeira-Azoren-Kanaren (MAC) 2021-2027 kofinanziert wird.
Auf Fuerteventura haben die Arbeiten vor Ort bereits begonnen und konzentrieren sich auf Maßnahmen zur Verbesserung und Wiederherstellung der natürlichen Palmenhaine von Madre del Agua in der Gemeinde Pájara; anschließend werden sie in Gran Tarajal, in der Gemeinde Tuineje, fortgesetzt. Das Programm Palmac untersucht die daran beteiligten natürlichen Palmenbestände eingehend, um angesichts der Auswirkungen des Klimawandels Lösungen zu finden, die ihr Überleben mittel- und langfristig sichern.
Wie die Inselpräsidentin Lola García erklärte, sind die einheimischen Palmenhaine anfällig für unkontrollierbare Faktoren wie äußere Schädlinge und drastische Umweltveränderungen. Aus diesem Grund treibt der Cabildo de Fuerteventura Initiativen zu ihrer Erhaltung voran, darunter die Einbindung in das Projekt Palmac, dessen Ziel es ist, die Palmenhaine mithilfe genetischer Techniken und prädiktiver Modelle an diese Veränderungen anzupassen.
Marlene Figueroa, Beigeordnete für die Biosphärenreserve des Cabildo Fuerteventura, erklärt: „Palmac ist ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig wissenschaftliche Forschung und Zusammenarbeit auf allen Ebenen über nationale Grenzen hinweg sind, um die schädlichen Auswirkungen des Klimawandels zu überwinden – Auswirkungen, die wir vor Ort spüren, die sich aber über ganze Regionen des Planeten erstrecken.“
Pedro Sosa, Professor für Botanik an der ULPGC, hebt hervor, dass es sich um eine „Umweltinitiative handelt, die dem Erhalt der insularen Palmenhaine angesichts der Auswirkungen von Dürre und Klimawandel dient“.
Die geografische, wissenschaftliche und landschaftliche Tragweite dieses Projekts zeigt sich in seinen von Interreg MAC kofinanzierten Partnern aus den Kanaren und Kap Verde: der Universität Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC), die als Hauptpartner und wissenschaftliche Koordinatorin fungiert; den Cabildos von Fuerteventura, vertreten durch die Biosphärenreserve und mit Unterstützung der Ayuntamientos von Pájara und Tuineje, sowie von Gran Canaria; der Gestión y Planeamiento Territorial y Medioambiental (Gesplan); und dem Instituto Nacional de Investigação e Desenvolvimento Agrário (Inida, Kap Verde).
Im Rahmen von Palmac werden verschiedene Maßnahmen im natürlichen Palmenhain von Madre del Agua durchgeführt, darunter die Installation und Überwachung von Fallen zur phytosanitären Kontrolle und zur präventiven Bekämpfung von Diocalandra frumenti.
Darüber hinaus werden Blätter und trockene Pflanzenreste entfernt, um die Palmenexemplare zu sanieren, die auf dem Gelände angesammelte trockene Biomasse wird beseitigt und bewirtschaftet, um das Brandrisiko zu verringern, und ein Teil der entfernten Biomasse wird zerkleinert, um sie als Mulch wiederzuverwenden – dies trägt dazu bei, die Bodenfeuchtigkeit zu bewahren und die Erosion zu verringern.
Schließlich werden einige Stämme abgestorbener Palmen genutzt, um sie quer an den Hängen zu platzieren. Mit dieser wenig invasiven Technik, die vor Ort vorhandene natürliche Materialien wiederverwendet, wird dem Verlust von fruchtbarem Boden entgegengewirkt.
Sobald die Arbeiten in Madre del Agua abgeschlossen sind, wird Palmac in die Gemeinde Tuineje verlegt, um eine spiegelbildliche Maßnahme in den natürlichen Palmenhainen von Gran Tarajal durchzuführen. Dies wird es ermöglichen, die in Madre del Agua durchgeführten Maßnahmen zu ergänzen und mit ihnen zu vergleichen.
Überleben auf mittlere und lange Sicht
Beide Palmenarten – die Kanarische Dattelpalme oder Phoenix canariensis auf Fuerteventura und Gran Canaria sowie die Tamareira oder Phoenix atlantica auf Kap Verde – sind gemeinsamen Bedrohungen ausgesetzt, wie der Verknappung der Wasserressourcen und dem Anstieg der Temperaturen, Faktoren, die ihr Überleben mittel- und langfristig gefährden.
Aus diesem Grund bindet das Projekt Palmac (offiziell „Conservación y resiliencia de los palmerales insulares macaronésicos mediante técnicas genéticas, sistemas de información geográfica y modelos predictivos“), das über EFRE-Mittel im Rahmen von Interreg MAC 2021-2027 finanziert wird, öffentliche Institutionen und Einrichtungen aus Makaronesien ein.
Die Partner des Programms Palmac streben eine umfassende Analyse der Situation dieser Palmenarten in den verschiedenen Archipelen an, mit dem gemeinsamen Ziel, tragfähige Lösungen für die Region zu finden.
Palmac kombiniert verschiedene Werkzeuge und Kenntnisse, wie genetische Analysen, Geografische Informationssysteme (GIS), Keimplasma- und Samenbanken sowie prädiktive Landschaftsmodelle. Diese Arbeiten ermöglichen es, für den Erhalt wichtige Exemplare und Bestände zu identifizieren und Informationen zu erzeugen, die als Grundlage für die Entwicklung von Wiederherstellungs- und Verbesserungsmaßnahmen der Palmenhaine vor Ort dienen.












